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Platzgestaltung der 80iger Jahre
Die jetzige Platzanlage entstand im Zuge der Neugestaltung 1986-87 (Planung: Büro Jacoby, Martin und Pächter). Anlass war die verkehrliche Schließung der Bergmannstrasse in Höhe der Markthalle und eine damit erforderlich werdende Neugestaltung des Marheineke Platzes insgesamt. An den Längsseiten des Platzes entstand eine Zone von Querparkplätzen, die mit neu gepflanzten Baumreihen markiert wurde. Nach dem ursprünglichen Planungskonzept sollte die Mitte des Platzes als städtebaulicher Schmuckplatz – umfasst von einer einheitlichen Baumreihe - gestaltet werden. Doch im Wege des Planverfahrens und der Bürgerbeteiligung wurde deutlich, dass auf den vorhandenen Spielplatz in der Neuanlage des Platzes nicht verzichtet werden konnte. Das Ergebnis war ein Gestaltungskompromiss zwischen minimaler Spielplatznutzung und einer in der städtebaulichen Tradition des 19 Jhdts. gestalteten Rasenfläche mit Schmuckgrün.
Kritische Bestandsaufnahme
Während die verkehrliche Beruhigung durch die Schließung der Bergmannstrasse in Verbindung mit der Anlage von Stellplätzen sich auch für den Kundenverkehr der Markthalle bewährt hat, ist die Grünanlage mit Spielplatz im Innenbereich des Platzes - entgegen den Intentionen der in den 80iger Jahren entworfenen Planung – mittlerweile erheblich geänderten Nutzungsanforderungen ausgesetzt.
Spielplatz
Hauptthema unter den Anwohnern mit Kinder ist der nach Fläche und Bewegungsmöglichkeit viel zu geringe Umfang des Spielplatzes. An Nachmittagen mit einträglichem Wetter herrscht auf diesem Spielplatz eine drangvolle Enge. Nicht nur sind sämtliche Spielgeräte überbelegt, auch für die begleitenden Eltern sind zu wenige Sitzmöglichkeiten für die Kinderbetreuung vorhanden. Ebenfalls ist die Sandfläche viel zu klein und beengt bei normalem Betrieb, deutlich die spielerischen Entfaltungsmöglichkeiten der Kleinkinder.
Diese Entwicklung ist Ergebnis der in den letzten Jahren stattgefunden demographischen Veränderung. Insbesondere durch den Abschluss der Sanierung im ehemaligen Sanierungsgebiet Chamissoplatz und den damit einhergehenden Wohnverbesserungen, hat sich die Zahl der Eltern mit Kinder erhöht, die die öffentlichen Spielplatzangebote verstärkt nutzen wollen. Die gleiche Spielplatzsituation drangvoller Enge ist auf dem wesentlich größeren Spielplatz Chamissoplatz und auf dem Spielplatz in der Arndtstrasse festzustellen. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass der Flächenbedarf an Spielplätzen im Gesamtgebiet des Chamissoplatzes und um die Marheineke Halle wesentlich höher liegt als dies z. Zt. durch die vorhandenen Plätze abgedeckt werden kann.
Grünfläche
Den größten Anteil an der Platzinnenfläche nimmt das Rasengrün ein. Der Stellenwert als ökologische Ausgleichsfläche ist als gering einzustufen. In der Hauptsache wird die ökologische Ausgleichsfunktion durch den vorhandenen dichten Baumbestand gewährleistet.
Die Grünfläche besteht aus einer Rasenfläche (ca. 500 qm) und einem umgrenzten Grünrondell. Bei der Rasenfläche handelt es sich um artenarmen Intensivrasen mit erheblichen Trittschäden. Die gesamte Rasenfläche ist dauerhaft durchsetzt von Hundekotablagerungen. Sofern hier von Nutzung gesprochen werden kann, besteht diese in der Funktion eines Ablaufplatzes für freilaufende Hunde. Das am Rande stehende Schild „Betreten verboten“ ist offenbar zum hygienischen Schutz solcher Anwohner gemeint, die vermeintlich die Rasenfläche als Liegefläche nutzen möchten. Wegen des oben beschriebenen Zustandes wird die Rasenfläche daher auch nicht betreten. Selbst die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Verkehr und Umweltschutz weist den Platz nicht als schützenswerte Grünfläche sondern lediglich als innerstädtische Platzanlage aus.
Das Grünrondell an der Ostseite des Platzes enthält ungepflegtes und ungeschnittenes Strauchgrün, durchsetzt von Rosensträuchern. Mangelnde Pflege und nur sporadisch geschnitten macht dieses Rondell nicht zum Schmuckstück dieser Anlage, sondern liegt auf dem Niveau des Gesamteindrucks.
Insgesamt erweckt der Teil des Platzgrüns keinen einladenden Eindruck zum Verweilen und Betrachten eines „städtebaulichen Schmuckplatzes“. Dies, obwohl die unter den Bäumen platzierten Bänke zum Sitzverweilen einladen.
Entwurfsvorschlag „Generationenplatz“ Das Erfordernis nach Neugestaltung ergibt sich aus den Nutzungsinteressen, die von den Bewohnern des umliegenden Wohngebietes formuliert werden. Das Neugestaltungskonzept geht vom Prinzip generationsübergreifender Nutzung aus und versucht, die verschiedenen Nutzungsinteressen in einem integrativen Platzkonzept zusammen zu fassen. Dem Konzept liegt der Anspruch zu Grunde, die verschiedene Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten nach jeweiligen Altersstufen sinnvoll zu organisieren. Das bedeutet auch – im Sinne demokratischer Planung – einen Planungsauftrag zu realisieren, der sich auf die Nutzungsinteressen der Anwohner bezieht. Das formale städtebauliche Gestaltungsprinzip ordnet sich dem unter.
Das Funktions- und Nutzungsprinzip folgt dabei dem Anspruch, die Nutzung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was bedeutet, dass die Nutzung für Jedermann allgemein zugänglich ist und kein Ausschließlichkeitsanspruch besteht.
Kinderspielplatz
Die Vergrößerung des Kinderspielplatzes ( ca. 800 qm) auf das Doppelte der jetzigen Fläche mit zusätzlichen Spielgeräten, weiteren Sitzgelegenheiten sowie einem Sandplatz für Kleinkinder und einem größeren Sandplatz mit Spielgerät wird die jetzige Übernutzung deutlich entzerren. Der Sandplatz für Kleinkinder sollte mit zusätzlichen Sitzmöglichkeiten für die betreuenden Eltern eingerichtet werden. Rund um den erweiterten Spielplatz können Sitzgelegenheiten errichtet werden. Zudem lassen sich auf der vergrößerten Fläche weitere Spielgeräte aufstellen.
Nach Osten grenzt sich der Spielplatz durch einen breiten, mit Sträuchern bepflanzten Streifen, ab. Parallel hierzu läuft eine Durchwegung, die die beiden Gehseiten des Platzes miteinander verbindet.
Multifunktionsfläche/Spielfeld
Das sich daran anschließende Spielfeld zwischen Spielplatz und Rosenbeet besteht aus einer Fläche, die sich unter anderem für das Boule-Spiel, Federballspiel oder andere für Hartboden geeignete Spiele eignet.
Das Spielfeld bedarf keiner besonderen Ausgestaltung. Es genügt fester Hartboden mit Kiesbelag wie die bestehenden Wege. Möglich wäre eine teilweise Begrenzung der Spielfläche durch niedrige Buschreihen, die gleichzeitig eine Grünausgleich darstellen würden. Spiel- und Sportgeräte
Im Sinne eines Mehrgenerationenplatzes, der zum Verweilen und zur Nutzung in allen Alterstufen einlädt, wird eine zusätzliche Aufstellung von wetterfesten und fest verankerten Schachtischen mit Sitzgelegenheiten vorgeschlagen. Auch für die sportive Betätigung sollten altersgerechte Übungsgeräte zur Fitness und körperlicher Übung im Ostteil des Platzes aufgestellt werden können.
Die an den Platzseiten vorhandenen Bänke sollten weiter Bestand haben und als Sitzposition zum Verweilen auf dem Platz einladen.
Grünflächen
Der Flächenanteil an Grünflächen würde nach diesem Funktionskonzept um ca. die Hälfte reduziert. Dies kann durch zusätzliche Anpflanzungen von Strauch- und Blumengewächsen – um die sich ggf. die Anwohner bemühen könnten – auf den verbleibenden Grünflächen kompensiert werden. Die Grünflächen können mit Rasen aber auch mit Sträuchern bepflanzt werden. Außer der Spielplatzfläche sind die übrigen Flächen nicht eingegrenzt und von allen Seiten zugänglich und begehbar.
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