Bürgerhaus
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Geschrieben von: Christoph Schulz   

Warum wir ein selbstverwaltetes Bürgerhaus in Kreuzberg 61 brauchen

Das soziale Klima – nicht nur aber auch - in Kreuzberg- verschlechtert sich unaufhaltsam: immer mehr Menschen fallen durch die Maschen des sozialen Netzes während gleichzeitig immer mehr soziale Einrichtungen im Zuge der öffentlichen Sparmaßnahmen beschnitten oder sogar geschlossen werden.  Menschen, die unter Druck geraten reagieren meist auf zweierlei Arten: entweder isolieren sie sich in zunehmender Resignation oder sie suchen Halt in sich abgegrenzenden und andere ausgrenzenden Gruppen.  Das verschlechtert spürbar die Kommunikation zwischen den Kulturen und den Generationen.  Unter den sich verschärfenden ökonomischen Bedingungen etabliert sich so eine Mischung aus Hoffnungslosigkeit und Aggression, die ein lebendiges Miteinander nachhaltig stört und zerstört.  Wir sind aber in allen Lebensbereichen, sei es  bei der Ausbildung unserer Kinder, bei der Arbeitssuche, beim Meistern der Arbeitslosigkeit, bei teurer werdenden Mieten, bei Krankheit und Behinderung und nicht zuletzt beim alt werden zunehmend aufeinander angewiesen. Deshalb ist es höchste Zeit, dieser schon weit fortgeschrittenen Entwicklung zur Ellbogengesellschaft Einhalt zu gebieten. Denn was die Politik unter „Aufwertung des Bezirks“ versteht, ist lediglich die Privatisierung und Profitorientierung auf allen Ebenen. Die bestehenden sozialen wie ökonomischen Probleme werden verschärft statt gelöst. Immer mehr Menschen werden in die unfreiwillige Isolation und das wirtschaftliche Abseits gedrängt.  Sie verlieren ihre Zukunftsperspektive und werden vom Leben ausgegrenzt. Diese Art der „Aufwertung“ führt also zu einer Abwertung der hier lebenden Menschen.

Für uns bedeutet Aufwertung des Bezirks die Stärkung eines lebendigen Gemeinwesens durch solidarische Strukturen.

Was ist ein selbstverwaltetes Bürgerhaus?

  • Ein Haus, in dem eine Vielzahl unterschiedlicher Initiativen Platz findet, die es dann auch gemeinschaftlich verwalten
  • Durch diese Art der Kooperation werden
          - Die Kräfte dieser Initiativen gebündelt und gestärkt
          - Die Ghettoisierung von Alters- und Interessengruppen aufgehoben
          - Die wirtschaftliche und personelle Umsetzung von Projekten erleichtert

  • Die Initiativen müssen drei Voraussetzungen mitbringen:
          - das Anliegen, unser aller Leben erfreulicher zu gestalten
          - die Bereitschaft, mit den anderen Gruppierungen zu kommunizieren und zu kooperieren
          - eigene Finanzierungskonzepte

Welche Schwerpunkte sollen gesetzt werden?

  • Jugend- und Erwachsenenbildung
  • Nachbarschaftliche Hilfs-, Aktions- und Informationsnetze
  • Alternative und lebenswerte Formen selbstbestimmten Altwerdens
  • Angebote von und für Familien
  • Platz für Konzerte, Theater, Ausstellungen, Feste und alles was Spaß macht
  • Beratungs- und Unterstützungsangebote für alle